Kehler FV im Hanauerland-Derby chancenlos

Text: Dieter Heidt / Mittelbadische Presse Bilder: Kehler FV

Verdienter 4:0-Heimsieg der Rheinauer, die den Erfolg über schwache Gäste bereits zur Pause klarmachen. Das Hanauerland-Derby in der Fußball-Verbandsliga zwischen dem SV Linx und dem Kehler FV war eine recht einseitige Angelegenheit. Der 4:0 (3:0)-Heimsieg war auch in dieser Höhe verdient, auch wenn drei Treffer aus Standartsituationen und einem Konter resultierten.



Traurige Figur in der ersten Halbzeit war KFV-Keeper Tom Hoffner, der auf glitschigem Rasen offensichtlich das falsche Schuhwerk montiert hatte. SVL-Stürmer Marc Rubio machte sich mit seinem Treffer zum 2:0 sein Geburtstagsgeschenk selbst und erzielte trotz seiner inzwischen 35 Jahre sein siebtes Saisontor. Der Kehler FV blieb seinem Publikum vieles schuldig. Keine Spur von Abstiegskampf, Derbystimmung herrscht nur beim SV Linx. Das Team von SVL-Coach Thomas Leberer schnürte den Gast von Beginn an in der eigenen Hälfte ein, ließ das gefürchtete Konterspiel der Kehler erst gar nicht zu.



Kehl schwach in den Zweikämpfen

„Unsere Schwäche war das Zweikampfverhalten“, sah KFV-Coach Bora Markovic als großen Manko seiner Mannschaft. Der starke Auftritt der Linxer Routiniers Felix Armbruster und Marc Rubio, zusammen mit dem schnellen Flügelspiel über Lukas Martin, schmeckte dem Gast überhaupt nicht. Der Linxer Rechtsaußen hätte bereits in der 9. Minuten Linx in Führung bringen können, aber frei vor Keeper Hoffner verzog er. Ecken und Freistöße von Mathias Heiligenstein, stets angeschnitten und direkt aufs Tor gezogen, sind seine Spezialität. Nach Eckball schien der Ball direkt die Torlinie überschritten zu haben, SVL-Innenverteidiger Kemal Sert beseitigte letzte Zweifel, Linx führte hochverdient mit 1:0 (21.).

Zwei Schüsse von Yannick Assenmacher, das war alles was Kehl zu bieten hatte. Als Sinan Gülsoy Marc Rubio mit einem präzisen Zuspiel in die Schnittstelle der Kehler Abwehr bediente, überlief der Routinier zwei Gegenspieler und ließ Keeper Hoffner beim 2:0 (40.) keine Chance. Mit einem direkt verwandelten Freistoß von Mathias Heiligenstein zum 3:0 (42.) wurde die ganze Schwäche der KFV-Abwehr sichtbar. „Da waren schöne Tore dabei“, lobte Thomas Leberer sein Team für die 3:0 Pausenführung.

Torwartwechsel zur Pause

Bora Markovic reagierte auf den Schwachpunkt in der Kehler Abwehr und wechselte A-Juniorenkeeper Lennert Ludwig für den glücklosen Tom Hoffner ein. Auch er musste aber fünf Minuten später den Ball aus dem eigenen Tor holen, denn nach Freistoß von Maximilian Sepp köpfte Felix Armbruster unhaltbar für Ludwig zum 4:0 in die lange Ecke ein. Nach Ablage von Armbruster konnte Ludwig mit einer Parade gegen Marc Rubio den fünften Linxer Treffer gerade noch verhindern.



Es sah nach Debakel für Kehl aus, aber Linx schaltete danach einen Gang zurück. Die dreifache Einwechslung von Yassine Cherki, Maksim Petrovic und Tim Keck brachte endlich den erhofften Schwung im Gästeteam, aber so richtig in Verlegenheit konnten die Kehler die einmal mehr souveräne Linxer Abwehr um Kemal Sert und Joel Joseph nicht bringen. Einzig Elyes Bounatouf prüfte SVL-Keeper Meyer zweimal. Zwischenzeitlich aufkommende Hektik im Bereich beider Trainerbänke sorgte auch auf dem Spielfeld für Unruhe. Auch Thomas Leberer griff in die Wechselkiste, ließ mit Nico Schuhmacher, Kimi Bachmann und Joshua Misic drei Nachwuchstalente auflaufen, aber das Spiel hatte längst seine Brisanz verloren. Tim Keck, der in der kommenden Saison für den SV Linx spielt, hatte den Ehrentreffer auf dem Fuß, aber Anthony Meyer machte sich ganz lang und lenkte den Ball um den Pfosten. Pech hatte Gästespieler Mohamed Haridi, der nach einem Zweikampf verletzt ausschied.

„Schöner Derbysieg“

„Es war ein klarer Sieg für Linx. Wir waren nicht imstande, bei Eckbällen und Freistößen die beiden Linxer Stürmer Felix Armbruster und Marc Rubio unter Kontrolle zu bringen, drei der vier Tore gehen darauf zurück“, sah Bora Markovic den Schwachpunkt.
Thomas Leberer war kurz aufgebunden: „Es war heute eine sehr klare Sache, Kehl hatte insgesamt drei Torchancen. Unterm Strich war es für mich ein schöner Derbysieg.“ Mit der in Linx gezeigten Leistung wird es der Kehler FV schwer haben die Klasse zu halten.



SV Linx – Kehler FV 4:0 (3:0)


Linx: A. Meyer – K. Meyer, Sert (71. Daouri), Joseph, Heiligenstein, Gülsoy, Crouzat, Martin (79. Bachmann), Armbruster, Sepp (62. Misic), Rubio (67. Schuhmacher) .


Kehl: Hoffner (46. Ludwig) – Haridi (71. Maksim Petrovic), Aras, Zehri, Rother (58. Cherki), Ziane, Yannick Assenmacher, David Assenmacher, Costa-Vogt, Bounatouf, Schulze (65. Keck).


Schiedsrichter: Tim Walter (Ottenheim) – Zuschauer: 270


Tore: 1:0 Sert (21.), 2:0 Rubio (40.), 3:0 Heiligenstein (42.), 3:0 Armbruster (50.)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert