Eine Willensleistung des Kehler FV

Text: Claus Haberecht Bilder: Faruk Ünver / Patryk_Szlacheta

Fußball-Verbandsliga: Der kriselnde Kehler FV bäumt sich im Hanauerland-Derby auf und schlägt den SV Linx mit 2:1. SVL spielt in der zweiten Hläfte komplett in Unterzahl.

Die Erleichterung beim Kehler FV war nach dem 2:1g im Hanauerland-Derby gegen den SV Linx spürbar. Vor allem aufgrund der starken Leistung in der ersten Hälfte war Erfolg hochverdient.

Der unbedingte Siegeswille beim KFV war vom Anpfiff weg spürbar. Die Linxer wurden schon am eigenen Strafraum attackiert und zu Ballverlusten gezwungen. Bereits nach drei Minuten hatte David Assenmacher die Chance zum Führungstreffer, sein Schuss sprang aber vom Innenpfosten ins Feld zurück.

Linx verschläft erste Hälfte

In der 14. Minute war es soweit: Nach einer schönen Kombination im Strafraum kam der Ball zu Elyes Bounatouf, der den Linxer Torhüter Anthony Meyer mit einem unhaltbaren Schuss zum 1:0 überwand. Linx hatte in der gesamten ersten Hälfte nur einen Torschuss durch Joshua Misic zu verzeichnen.

Kurz vor der Pause schwächte sich der SVL dann selbst; Adel Daouri ließ sich zu einem Revanchefoul hinreißen und erhielt dafür die Rote Karte von Schiedsrichter Gumz.

Hisham Zehri (rechts) musste kurz vor dem Schlusspfiff verletzt ausgewechselt werden. Bild; Patryk_Szlacheta

KFV will verwalten

Nach der Pause wollte der KFV den 1:0-Vorsprung verwalten und schaltete einen Gang. Linx drängte trotz Unterzahl auf den Ausgleich und zeigte nun den Einsatz, den die Mannschaft in der ersten Halbzeit hatte vermissen lassen. In der 53. Minute scheiterte Marc Rubio mit einem Freistoß aus 20 Metern an KFV-Keeper Matheo Hallez. Drei Minuten später fiel der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleich für den SV Linx. Lukas Martin erlief eine Rückgabe zum Kehler Torhüter und erzielte das 1:1. Kehl konnte anschließend kein Kapital aus der Überzahl schlagen, der SV Linx stand sicher in der Abwehr.

Fast aus dem nichts fiel dann der Siegtreffer für den KFV: Dejan Zdraverski passte auf Tim Keck, und der traf trotz Bedrängnis durch zwei Linxer zum 2:1. „Das war eine Willensleistung“, sagte SVL-Trainer Thomas Leberer nach dem Spiel, „unmittelbar nach dem Traffer bat Tim Keck wegen Muskelkrämpfen um seine Auswechslung!“

Schlagabtausch

In der Schlussphase gab es einen offenen Schlagabtausch. In der 87. Minute hatte der eingewechselte Linxer Nico Schumacher noch die große Chance zum Ausgleich. Er setzte sich gegen zwei Kehler durch, aber sein Schuss verfehlte knapp das Tor.

Nach dem Spiel war der Linxer Coach Leberer vom Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit enttäuscht. „Alles, was Derby bedeutet, war auf Kehler Seite zu sehen. Die haben gebrannt, wir nicht. Die zweite Halbzeit ging dann trotz Unterzahl an uns, wir hatten mehr Chancen, aber der KFV machte das Tor. Die Enttäuschung ist groß und den aufkommenden Diskussionen stellen wir uns.“

KFV-Trainer Christian Faulhaber meinte: „Ich bin sehr glücklich, und es freut mich, dass wir endlich unsere Trainingsleistung auch auf dem Platz gezeigt haben. Unser Plan, mit frühen Balleroberungen und über den Kampf ins Spiel zu finden, ging auf. In der zweiten Hälfte hatten wir trotz Überzahl nicht mehr den richtigen Zugriff. Ich hoffe, dieser Sieg gibt uns den Schwung für die nächsten Wochen.“

Nach dem Spiel ein Gruß der Mannschaft an den derzeit verletzten Pierre Venturini #23 Bild: Ralf Stoll

Kehler FV – SV Linx 2:1
Kehl: Hallez – Zdraveski, Aras, Haridi (66. Lux), David Assenmacher, Moser, Bounatouf, Bessas, Keck (78. Seftali), Hemmler (83. Schladenhaufen), Zehri (90. Schulze)
Linx: Anthony Meyer – Gülsoy, Armbruster, Rubio, Heiligenstein (79. Ilhan), Misic (56. Hauser), Schestakow, Kevin Meyer (56. Sepp), Joseph (78. Schumacher), Martin, Daouri.
Schiedsrichter: Gumz (Freiburg) – Zuschauer: 460.
Tore: 1:0 (14.) Bounatouf (14.), 1:1 Martin (56.), 2:1 Keck (77.).
Rote Karte: Daouri (Linx) wegen groben Fouls (45.).

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