Kehler FV setzt auf einen weiter verjüngten Kader

KFV stellt vor dem 0:3 im Testspiel gegen den FC Vauban Strasbourg sein neues Team mit jugendlichen und etablierten Verstärkungen sowie Jimmy Meri als zusätzlichen Co-Trainer vor.

„Im schönsten Stadion zwischen Karlsruhe und Freiburg“, wie der moderierende Präsident Claus Haberecht bei der Begrüßung von rund 50 KFV-Fans sagte, stellte der Kehler FV am Samstag seinen 24-köpfigen und weiter verjüngten Spielerkader um Cheftrainer Frank Berger für die neue Saison in der Fußball-Verbandsliga Südbaden vor.

Ausbildung eigener Spieler als Schwerpunkt

Sport-Vorstand Timo Allgeier unterstrich im Rhein-Stadion zudem die Anmeldung der U23 in der Kreisliga B vor zwei Jahren als „richtigen Schritt, weil wir unsere Jugend in den Seniorenbereich führen wollen.“ Weitere sechs A-Junioren rücken in diese zweite Mannschaft um Spielertrainer Robert Hartfiel und Co-Trainer Renzo D‘Orazio auf, dazu vier weitere in den Verbandsliga-Kader: Mohamed-Skander Haridi, Quentin Hauswald, Torhüter Simon Heering und Luka Petrovic. Überdies schafften mit Tim Keck und Hannes Moser bereits in der Vorsaison zwei Talente den Sprung ins Verbandsliga-Team, obwohl sie noch spielberechtigt für die U19 in der Landesliga gewesen wären. Mit Laurent Mulliqi (SC Schiltigheim) gesellt sich noch ein 18 Jahre junger „technisch hochbegabter“ Offensivspieler von der anderen Rhein-Seite dazu. „Das kurzfristige Thema beim KFV ist es, finanztechnisch gut in die Zukunft zu kommen“, betont Allgeier, „daher liegt der Schwerpunkt bei uns in der Ausbildung eigener Spieler, was nun schon nach kurzer Zeit Früchte trägt.“ Der aktuelle Kader verdeutliche, „dass es sich lohnt, in der KFV-Jugend am Ball zu sein – mit guten Aussichten höherklassig zu spielen.“

Mit Torhüter Omar Bounatouf und dem schnellen Flügelspieler Dennis Häußermann (beide von Verbandsligist SC Lahr), Samy Madihi, Mittelfeldstratege und Rückkehrer vom Oberligisten SV Linx, Stürmer Samuel Manguele (F.A. Illkirch-Graffenstaden) und Abwehrspieler Burak Seftali, der zuletzt pausierte, durfte Haberecht überdies erfahrene personelle Argumente liefern für eine „weiter schlagkräftige Mannschaft“.
Womit der außerhalb des Vereins vernommene Vorwurf entkräftigt sei, „dass der KFV sein Tafelsilber verkauft.“ Damit ist ein Teil der zahlreichen Abgänge gemeint: Tarik Aras, David Assenmacher, Harim Makaya, Arber Paqarizi, Jonas Vetter (alle SV Linx), Dominik Kaiser (SV Diersheim), Dennis Kopf (Spielertrainer SC Hofstetten), Gabriel Springmann (SV Oberachern), Daniel Künstle (SV Linx/seit Winterpause).

„Endlich wieder eine Runde durchspielen“

Frank Berger teilt die personelle Einschätzung des Präsidenten: „Ich bin mit der Kader-Zusammenstellung sehr zufrieden, auch mit der weiteren Verjüngung“, betont der 36-Jährige, der in seine dritte Saison als KFV-Chefcoach geht und vor seiner zweiten selbstbewusst wie klar als Ziel ausgegeben hatte: Besser als Rang 3, der Platzierung in der zuvor nach 18 Spielen abgebrochenen Saison. In der bereits nach einem Drittel erneut abgebrochenen Spielzeit sprang der 4. Platz heraus. Und nun? „Wir wollen endlich mal wieder eine Runde durchspielen“, formuliert Berger eine andere Zielsetzung. Auch weil mit der langen Zwangspause für den Amateurfußball „Lebensqualität verloren ging“. Umso mehr freuen sich Trainer und Spieler über das Comeback. Und mit der Erweiterung des Trainer-Teams kann sich Berger noch mehr um Details kümmern. Neben Philippe Henches und Manuel Vollmer kann der Franzose Jimmy Meri, der zuletzt beim Zweitligisten Karlsruher SC hospitierte, neue Impulse einbringen. Eine Personalie, ermöglicht im Zuge der Kooperation zwischen dem KFV und dem Nachwuchs-Leistungszentrum des KSC.

Drei langzeitverletzte Stammkräfte

Dass derzeit die Südkurve als letzter Abschnitt der Stadion-Sanierung noch eine Baustelle ist, passt durchaus zum sportlichen Bild. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns“, weiß Berger. Zumal derzeit sieben Stammkräfte fehlen, darunter mit Kapitän Rico Maier (Kreuzbandriss), Yannick Assenmacher und Mahidi, die schon länger oberschenkelmuskuläre Probleme haben, drei Langzeitverletzte.

Diese Ausfälle machten sich beim folgenden 0:3 im Testspiel gegen den französischen Oberligisten Vauban Strasbourg gerade nach der Pause in der Breite bemerkbar, da nach dem Durchwechseln bei beiden Teams die zweite Garnitur der Gäste auf einem ähnlichen Level agierte wie die erste. Ein Chancenverhältnis von 2:8 sprach für sich und gegen den KFV, der am Mittwoch den Oberligisten SV Oberachern überraschend 4:1 besiegt hatte.

„Mal sehen, ob wir die Verletzten bis zum ersten Spieltag ersetzen können“, so Allgeier. Zum Liga-Auftakt am 6. August geht es erneut gegen den Offenburger FV. Dass der KFV dieses große Ortenau-Derby im August 2020 klar mit 3:0 gewann, könnte ein gutes Omen sein.

Text: Marc Faltin Bild: Peter Heck

Im Bild: Der Kehler FV stellte seine Neuzugänge vor: Trainer Frank Berger (hinten von links), Co-Trainer Manuel Vollmer, Laurent Mulliqi, Samy Madihi, Mohamed-Skander Haridi, der neue Co-Trainer Jimmy Meri, Sport-Vorstand Timo Allgeier sowie Dennis Häußermann (vorne von links), Omar Bounatouf, Simon Heering, Luka Petrovic. ©Peter Heck

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