Text: Ralf Stoll / Bild: GG Visuals
Ein Derby wird unter anderem auch über den Kampf, die Zweikampfführung und die richtige Einstellung entschieden, Tugenden, die beim Kehler FV im Ortenau-Derby beim Offenburger FV schmerzlich vermisst wurden.
Besonders die Aussagen von Kehls Trainer Jonas Leopold nach dem Abpfiff brachten das Problem auf den Punkt: „Wir haben es nicht geschafft, die Derbystimmung anzunehmen. Mit dem Anpfiff war nur der OFV aktiv.“ Und weiter fügte er enttäuscht hinzu: „Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass wir unbedingt das Spiel gewinnen wollten.“
Ohne die grundlegende Bereitschaft, an die Leistungsgrenze zu gehen und die entscheidenden Zweikampfduelle anzunehmen, war gegen einen Gegner, der von Beginn an die nötigen Tugenden auf den Platz brachte, nichts zu holen.
Nun gilt es, diese indiskutable Leistung im Training intensiv aufzuarbeiten. Im kommenden Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Ötigheim (15. Platz, 6 Punkte) muss der Kehler FV (13. Platz, 8 Punkte) ein völlig anderes Gesicht zeigen. Anknüpfen gilt es dabei an die gute Leistung und den vorherigen Sieg gegen den SV Schapbach, um den Anschluss an das Tabellenmittelfeld nicht zu verlieren.
Spielbeginn im Kehler Rheinstadion ist um 15:30 Uhr.
Die Gäste aus Ötigheim werden nach ihrem ersten Saisonsieg (3:2 gegen den VfB Bühl am vergangenen Spieltag) mit dem nötigen Selbstvertrauen anreisen und könnten mit einem Dreier in der Tabelle an den Grenzstädtern vorbeiziehen. Umso wichtiger ist eine geschlossene Mannschaftsleistung von der ersten Minute an.
“Obwohl wir uns viel vorgenommen hatten, konnten wir im Spiel gegen den OFV wenig umsetzen.“ So Kehls Trainer Jonas Leopolds in der Nachbetrachtung zum OFV-Spiel. „Die notwendige Derbystimmung wollte nicht aufkommen, und wir starteten viel zu passiv in das Spiel. So konnte Nico Kummer unbekümmert durch unser Mittelfeld spazieren und das 1:0 für den OFV in der 2. Spielminute mustergültig vorbereiten. Im Verlauf des Spiels hielt unsere Defensive dann stand und wir konnten uns einige Ballgewinne erarbeiten. Ohne die benötigte Umschaltbewegung aus dem tiefen Block waren Torchancen für uns über das gesamte Spiel Mangelware. In der zweiten Halbzeit überließ uns der OFV dann den Ball, und wir haben es trotzdem verpasst, uns klare Torchancen auf den Ausgleich zu erspielen. Nach einem Querschläger konnte der OFV das 2:0 erzielen und unserem letzten Aufbäumen in der Schlussphase den Stecker ziehen. Unterm Strich steht eine verdiente Derbyniederlage, da wir den Derbycharakter über weite Strecken vermissen ließen und nicht in die Zweikämpfe gekommen sind.“, so sein etwas ernüchternder Rückblick.
Dass das bevorstehende Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Ötigheim kein Selbstläufer wird, ist Jonas Leopold bewusst: „Im kommenden Heimspiel erwartet uns ein schwer einzuschätzender Aufsteiger aus Ötigheim in einem enorm wichtigen Spiel gegen den Tabellennachbarn.“ Klar deshalb auch seine Ansage an die Mannschaft: „In diesem Kellerduell gibt es keine Ausreden, und wir müssen bereit sein für ein lauf- und zweikampfintensives Spiel. Sollten wir erneut nicht bereit sein, laufbereit und aggressiv in das Spiel zu gehen, mit Energie umzuschalten und uns positiv zu motivieren, werden wir auch in diesem Spiel Probleme bekommen. Wir dürfen uns auf keinen Fall von der Leidenschaft und Geschlossenheit des Gegners überraschen lassen.“
Erfreulich aufseiten der Grenzstädter ist derzeit, dass sich die Zahl der Ausfälle im Kader weiter verringert hat. Außer Elyes Boounatouf, Alexis Cascoin, Ardenit Nebihi, Hugo da Silva und Samy Al-Zeitawi stehen Jonas Leopold alle Spieler zur Verfügung.
