Text und Bild: Ralf Stoll
Die von Trainer Jonas Leopold nach der Niederlage in Würmersheim eingeforderte Reaktion zeigte seine Mannschaft nur phasenweise. Kampf, Einsatz und Wille stimmten, spielerisch jedoch lief gegen den designierten Absteiger aus Schutterwald über weite Strecken wenig zusammen. Dies dürfte auch den zahlreichen verletzungs- und urlaubsbedingten Ausfällen in der Offensive der Grenzstädter geschuldet sein, insbesondere dann, wenn man als Favorit gegen einen tief stehenden Gegner das Spiel machen muss. Diese Favoritenrolle wird der Kehler FV (6. Platz / 39 Punkte) beim Auswärtsspiel am kommenden Sonntag beim SV Schapbach (3. Platz / 53 Punkte) jedoch ganz bestimmt nicht innehaben. Die Gastgeber sind als Aufsteiger das Überraschungsteam der Saison und auf ihrem kleinen Kunstrasenplatz zu Hause nach wie vor eine Macht, trotz zuletzt einiger Auswärtsniederlagen und liefern sich derzeit ein Kopf- an Kopf Rennen mit dem SC Durbachtal um den Relegationsplatz in der Tabelle. Der Kehler FV hat in dieser Partie nichts zu verlieren und kann entsprechend befreit aufspielen. Ziel wird es sein, etwas Zählbares aus dem Wolftal mitzunehmen. Anpfiff ist um 15:00 Uhr.
„Positive Nachricht nach erneut schwacher Vorstellung: Wir sind zu Hause im Rheinstadion dieses Jahr noch immer ungeschlagen.“, so Kehls Trainer Jonas Leopold etwas schmunzelnd im Rückblick auf das den vergangenen Spieltag. Kritisch merkte er jedoch an, dass seiner Mannschaft über weite Strecken die nötige Klarheit und Konsequenz im Offensivspiel fehlte. „Auch wenn wir uns für das Spiel gegen Schutterwald mehr vorgenommen haben, müssen wir uns nach dem Spiel mit einem Punkt zufrieden geben. Gegen tief stehende Schutterwälder waren wir ballsicherer als noch im vergangenen Auswärtsspiel, konnten uns aber keine zwingende Torchancen erarbeiten. Wir wussten, dass es ein Geduldsspiel wird, und haben uns leider zu schnell mit Nervosität angesteckt. Da wir in der Umschaltbewegung nach Ballverlusten zu langsam waren, kam der Gegner zu mehreren guten Konterchancen, die zum Glück ungenutzt blieben. Nach der Halbzeit hatten wir eine kurze Drangphase, in der es uns gelungen ist durch sauberes Positionsspiel zu Chancen zu kommen, doch auch in der zweiten Halbzeit fehlte uns die Geduld kontinuierlich aus den gleichen Positionen zu spielen. So wurde das Spiel erneut unnötig hektisch und eher unvorhersehbar.“
Im Hinspiel im Kehler Rheinstadion trennten sich beide Mannschaften leistungsgerecht mit einem torlosen Unentschieden. Obwohl es ein sehr von der Taktik geprägtes Spiel war, erspielten sich beide Mannschaften gute Torgelegenheiten und bis zum Schlusspfiff lag auf beiden Seiten immer ein Treffer in der Luft.
Zufrieden zeigt sich Jonas Leopold mit dem, was seine Mannschaft in den Trainingseinheiten unter der Woche im Hinblick auf das schwere Auswärtsspiel in Schapbach gezeigt hat, und macht sich entsprechend Hoffnung auf etwas Zählbares. „Mit Blick auf die kommende Partie trainierte die Mannschaft auf einem verbesserten Niveau. In Schapbach treten wir auf dem kleinen Kunstrasen zu unserem mit Sicherheit schwersten Auswärtsspiel an – gegen ein geschlossenes und erfolgsverwöhntes Team. Die Überraschungsmannschaft der Ortenau kam durch Mentalität, Siegeswillen und Geschlossenheit nicht zufällig zu den Erfolgen der jüngsten Vergangenheit und spielt vor heimischer Kulisse, getragen vom lautstarken Publikum, zurecht mit sehr breiter Brust. Wir fahren nach Schapbach, um unsere Auswärtsstärke erneut unter Beweis zu stellen, und möchten uns selbst beweisen, dass die sechs Siege zu Beginn der Rückrunde kein Zufall waren.“
Personell hat sich die Lage beim Kehler FV leicht entspannt. Elyes Bounatouf ist aus dem Urlaub zurückgekehrt, und auch Lucas Meyer sowie Loic Caspar stehen am Wochenende voraussichtlich wieder zur Verfügung. Verzichten muss Jonas Leopold hingegen auf Fabio Baas, Dejan Zdraveski, Srdan Lukic und Valentin Oster.
