Kehler FV: Motivation auch ohne Bier

Text: Marius Faller Bilder: Iris Rothe, Pixabay

Fußball-Verbandsligist Kehler FV könnte mit einem Sieg beim FC Denzlingen nicht nur was für das ­eigene Ego und das eigene Punktekonto machen, sondern auch dem Offenburger FV helfen.

Die Heimniederlage des Fußball-Verbandsligisten Kehler FV am vergangenen Wochenende gegen den FC Auggen war aus mehreren Gründen bitter für die Gastgeber. Der Gegner war nicht unbedingt die bessere Mannschaft, das entscheidende Tor fiel aus 50 Metern und zwei wichtige KFV-Spieler zogen sich Verletzungen zu. Auggens Angreifer Bastian Bischoff, der unter anderem schon für die SpVgg Unterhaching in der Dritten Liga aufgelaufen ist, traf nach 64 Minuten aus weiter Ferne zum entscheidenden 1:0. Seinem Torhüter Simon Heering macht KFV-Trainer Frank Berger in dieser Szene jedoch keinen Vorwurf: „Unser Spiel ist so ausgerichtet, dass der Torhüter weit draußen steht, um mitzuspielen. Das Problem war eher, dass sich alle drei Verteidiger haben fallen lassen, anstatt Bischoff unter Druck zu setzen.“


Kehls Kapitän Felix Armbruster (links) brach sich im Spiel gegen den FC Auggen die Nase. © Iris Rothe

Venturini fehlt

Zudem verletzte sich Pierre Venturini am hinteren Oberschenkel und wird den Kehlern am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Denzlingen fehlen. Auch Kapitän Felix Armbruster fällt höchstwahrscheinlich aus, wie Berger bestätigt: „Er hat sich gegen Auggen die Nase gebrochen. Es ist ein komplizierter Bruch und er sollte deshalb selbst mit Maske nicht spielen. Am Ende ist es aber seine Entscheidung.“ Ümit Sen verabschiedete sich außerdem am Donnerstag in den frühzeitigen Sommerurlaub und wird nicht mehr für den Kehler FV auflaufen. In der Sommerpause wechselt er dann als Spielertrainer zum SC Orschweier.
Obwohl der Kehler FV (8./44 Punkte) dem Tabellenführer Offenburger FV mit einem Sieg gegen den FC Denzlingen (2./56 Punkte) große Schützenhilfe leisten würde, haben die Kehler noch keine Belohnungsangebote aus Offenburg bekommen. „Mit zwei Kisten Bier geben wir uns nicht zufrieden“, scherzt Berger. „Wir spielen für uns und nicht für andere. Wenn du gegen eine der Top-Mannschaften der Liga spielst, muss das Motivation genug sein. Das sind solche Spiele, die du nur gewinnen kannst. Wir können ganz entspannt hinfahren, uns mit den Besten messen und schauen, was rauskommt.“


Stürmer Ümit Sen fehlt dem Kehler FV für den Rest der Saison. © Iris Rothe

Viel Lob für den Gegner

Auch wenn die Meisterschaft für Denzlingen nach dem Sieg der Offenburger im Nachholspiel gegen den SV Endingen unwahrscheinlicher wurde, schätzt Berger den FC als „beste Mannschaft der Liga ein, was die Namen und die spielerischen Fähigkeiten angeht“. Denzlingen bringe eine gewisse Erfahrung mit, viel individuelle Klasse und viele athletische Spieler. „Warum sie es gerade nicht so auf den Platz bekommen, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen.“
Mit welcher Taktik er diese große Aufgabe angehen sollen, will Berger noch nicht sagen: „Das wird sich kurzfristig entscheiden.“ Seine Mannschaft habe beides drauf – tiefstehend auf Konter zu setzen oder früh zu attackieren. „Manchmal machen wir auch beides in einem Spiel, das macht es für den Gegner schwer, sich darauf einzustellen“, meint Berger. „Da müssen wir während dem Spiel aufmerksam bleiben“. Das gilt sowohl für ihn als auch für seine Spieler – auch, um ein zweites Gegentor von der Mittellinie zu vermeiden.

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