Kein Favorit beim Derby zwischen Kehler FV und Offenburger FV

Vor dem Kracher in der Fußball-Verbandsliga zwischen dem Kehler FV und dem Offenburger FV am Sonntag im Rheinstadion stehen die Rivalität und das letzte Aufeinandertreffen nicht im Vordergrund.

Gleich zum Auftakt der neuen Saison in der Fußball-Verbandsliga kommt es im Rheinstadion zur Mutter aller Derbys im Ortenauer Fußball. Denn wenn der Kehler FV am Sonntag (17 Uhr) den Offenburger FV empfängt, geht es um mehr als um drei Punkte zum Saisonstart, es geht auch um jede Menge Prestige. Zumal der KFV mit seinem 3:1-Sieg im ersten und vor dem coronabedingten Saisonabbruch einzigen Verbandsliga-Pflichtspiel des Jahres am 7. März dem ewigen Rivalen von der Badstraße in die Meistersuppe gespuckt hatte.

„Enge Kiste“

„Das ist für uns kein Thema mehr. Wir spielen nicht gegen den OFV, sondern in erster Linie für uns“, hält Kehls Trainer Frank Berger den emotionalen Ball vor dem Duell flach. Dabei weiß der langjährige Abwehrspieler des KFV, der selbst eine OFV-Vergangenheit hat, aus eigener Erfahrung: „Die Spieler beider Teams gehen immer mit einer sehr hohen Eigenmotivation in dieses Derby. Ich erwarte eine ganz enge Kiste.“ Deshalb ist Berger froh, dass er wieder auf die genesenen Pierre Venturini, Yannick und David Assenmacher zurückgreifen kann, während Tarek Aras und Dejan Zdraveski weiterhin verletzt fehlen. „David Assenmacher war nach seiner Einwechslung gegen Linx ein belebendes Element“, blickt der Trainer auf das 3:5 im Pokal am vergangenen Wochenende zurück und ergänzt: „Wir haben dem Oberligisten über weite Strecken Paroli geboten.“

OFV mit Rückenwind

Nicht nur weil der OFV nach den starken Auftritten im Pokal mit ordentlich Rückenwind ins Rheinstadion kommen wird, rechnet Berger mit einem völlig offenen Spiel: „Das wird gleich ein guter Gradmesser für uns. Der OFV ist eingespielt, hat mit Dennis Kopf und Nico Schlieter starke Rückkehrer in seinen Reihen und zudem in Neuzugang Jonas Pies eine echte Verstärkung hinzubekommen.“ 

Trotz der starken Auftritte im Pokal geht der neue OFV-Coach Benjamin Pfahler nicht völlig sorgenfrei in sein erstes Verbandsliga-Spiel auf der Offenburger Trainerbank. Die Verletzten Jacob Harter und Louis Beiser-Biegert fehlen weiterhin. Zudem bangt Pfahler um den Einsatz von Dennis Kopf und Marco Junker (beide muskuläre Probleme). Dafür kehren Diogo Carolina, Luca Ernst, Maximilian Leist und Max Distelzweig in den Kader zurück.

Auf Konter aufpassen

„Für mich spielt der Derby-Charakter oder das 1:3 vom März keine große Rolle. Es ist der Saisonauftakt gegen einen der Favoriten in der Verbandsliga“, richtet Pfahler den Fokus aufs Wesentliche: „Meine Mannschaft hat sich Selbstvertrauen aufgebaut. Nun gilt es, die Leistungen vom Pokal zu bestätigen.“ Einen Favoriten kann der OFV-Coach vor dem Derby nicht ausmachen: „Kehl bringt viel Erfahrung und Robustheit mit. Außerdem haben sie ein gutes Tempo im Umschaltspiel mit David Assenmacher. Wir dürfen nicht in Kehler Konter hineinlaufen. Dennoch ist die Partie völlig offen, zumal zum Saisonbeginn noch nicht alle Automatismen greifen.“

Text: Mittelbadische Presse Heiko Rudolf / Bild: Peter Heck

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