Kehler FV „noch nicht bei 100 Prozent“ angelangt

Trainer Frank Berger ist mit dem bisherigen Saisonverlauf des KFV zufrieden. Und seine Mannschaft hat nach einem Hänger „Charakter gezeigt“.

Platz eins oder zwei ist das Saisonziel: Kehls Trainer Frank Berger (von rechts), Stürmer Ümit Sen und Co-Trainer Anis Bouziane schauen nach vorne. ©Iris Rothe

Das Coronavirus hat den Sport in der Ortenau zum zweiten Mal in diesem Jahr ausgebremst. Auch Fußball-Verbandsligist Kehler FV ist bereits in der vorgezogenen Winterpause. „Wir machen derzeit gerade drei Wochen komplett Pause. Anschließend ist individuelles Training. Die Jungs sollen ihren Kopf frei kriegen, damit sie, wenn es wieder losgeht, mit Spaß und Freude nach vorne spielen, Tore schießen und Spiele gewinnen“, sagt Frank Berger, Trainer des Tabellenvierten (17 Punkte aus neun Spielen). Gedanken über einen Termin für den Neustart 2021 macht er sich nicht. „Dafür gibt es zu viele Unbekannte“, meint Berger, der Platz eins oder zwei als Saisonziel ausgegeben hat. Eines ist aber klar: „Wir sind noch nicht da, wo wir hin wollen“, betont der KFV-Coach und genießt bis zum Re-Start der Liga, dass er als Vater von drei Kindern mehr Zeit für die Familie hat und sich auch auf berufliche Projekte konzentrieren kann.

Die Lage

„Mit dem bisherigen Saisonverlauf bin ich zufrieden – mit Ausnahme der Heimniederlage gegen Teningen (0:1) und dem 1:5 in Bühlertal“, zieht Berger eine positive Zwischenbilanz. Nach einem starken Saisonstart mit dem 3:0 zu Hause gegen Vizemeister Offenburger FV und dem 4:2 im Derby beim Aufsteiger SC Durbachtal als Highlights hatte der KFV Mitte September einen Hänger, dem Frank Berger aber auch etwas Positives abgewinnen kann: „In Bühlertal haben wir überhaupt nichts auf die Platte gekriegt. Das war aber auch gar nicht so schlecht, weil wir uns da wieder rausarbeiten mussten. Das war nicht einfach. Doch die Mannschaft hat Charakter gezeigt und anschließend in Denzlingen mit 3:1 und gegen Donaueschingen mit 7:2 gewonnen“, erklärt Berger und verweist darauf, dass der Vorjahresdritte momentan nach Punkten besser dasteht als letzte Saison. „Mit voller Kapelle wäre allerdings noch mehr möglich gewesen“, ist der KFV-Trainer überzeugt. 
Dejan Zdraveski (Entzündung im Adduktorenbereich) hat diese Saison noch kein Spiel gemacht, der vom Oberligisten SV Linx gekommene Spielmacher Pierre Venturini hatte nach langer Verletzungspause in der Vorsaison noch Anlaufschwierigkeiten, David Assenmacher, Yannik Assenmacher und Fadi Ammar Kheloufi fielen immer mal wieder aus. „Wir sind noch nicht bei 100 Prozent. Ich konnte nie die gleiche Mannschaft aufbieten“, so Berger.

Die Stärken

Mit Fadi Ammar Kheloufi, David Assenmacher und Ümit Sen hat der KFV Spieler, die Chancen herausspielen und Tore machen. Zudem haben die Kehler ihre Abwehrkette stabilisiert. Hier machen Dennis Kopf, Rico Maier oder Felix Armbruster jedem Gegner das Leben schwer.

Die Schwächen

„Vor dem Tor fehlt uns noch etwas die Kaltschnäuzigkeit“, stellt Berger fest. „Außerdem müssen wir aufpassen, dass wir den Fokus nicht verlieren. Wir müssen die Mentalität, die wir in uns haben, am Samstag auch auf den Platz bringen. Das haben wir nicht immer getan.“ Hier seien die Routiniers Felix Armbruster, Dennis Kopf, Rico Maier, Pierre Venturini sowie David und Yannik Assenmacher gefordert.

Die Überraschung

Hannes Moser hatte vor der Saison niemand auf dem Zettel. Der 17-Jährige, der noch A-Jugend spielen kann, hat – bis auf zwei – alle Spiele von Anfang an als rechter Außenverteidiger gespielt. Er ist ein athletischer Typ, zweikampfstark und schnell.

Eine Überraschung ist auch Tim Keck. Der 19-jährige Vollblutstürmer spielte beim 3:0 in Kuppenheim erstmals von Beginn an, erzielte ein Tor und bereitete zwei vor.

Ausblick

Trainer Frank Berger ist überzeugt, dass sein Team jeden Gegner schlagen kann. „Wir haben aber auch schon verloren“, merkt er vorsichtig an. Platz eins oder zwei ist für ihn am Saisonende realistisch.

Text: Rüdiger Rüber Mittelbadische Presse
Bilder: Iris Rothe / Elide di Patre

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