sp linx 3 ph 0
Daniel Künstle wehrt artistisch einen Elfmeter ab

Verbandsliga: Kehler FV konnte dem Spitzenreiter nur eine Halbzeit lang Paroli bieten / Merkel und Venturini Taktgeber beim SV Linx

Mit dem 3:0 (2:0) gegen den Kehler FV, dem siebten Sieg in Folge, verteidigte der SV Linx erfolgreich die Tabellenführung in der Fußball-Verbandsliga. Das Ortenauderby hatte am Samstag 600 Besucher angelockt, aber Kehl konnte nur eine Halbzeit lang ernsthaft mithalten.

SVL-Trainer Sascha Reiß vertraute auf jenes Aufgebot, das beim 2:1-Sieg in Lahr erfolgreich war. Kollege Heinz Braun wollte mit dem 4-4-2-System die Linxer Offensive in Schach halten, was aber misslang. Kehl begann stark, Robert Hartfiel per Kopfball und Elyes Bounatouf per Nachschuss vergaben die frühe Führung. Schwachpunkt im Kehler Spiel war die rechte Abwehrseite. Weder Robert Hartfiel noch der später eingewechselte Dejan Zdraveski konnten die Linxer Flügelflitzer Dennis Klemm und danach Nathan Recht ganz ausschalten. Nach Spurt von Dennis Klemm bis zur Grundlinie und Rückpass zielte Piakai Henkel noch knapp vorbei. Es war ein offener Schlagabtausch bei dem Gästestürmer Arber Paquarizi SVL-Keeper Norman Riedinger zu einer Parade zwang und Anis Bouziane den Ball haarscharf neben das Linxer Tor köpfte.

Kehl bringt sich selbst um den Lohn
Nach einem Chancenverhältnis von 3:1 für den Kehler FV brachte sich der Gast selbst um den Lohn. Nach Missverständnis zwischen Innenverteidiger Stefan Laifer und Torhüter Daniel Künstle schaltete Piakai Henkel blitzschnell, eroberte den Ball und schob ihn lässig zum 1:0 (39.) ins leere Tor. »Das Linxer Führungstor war der Genickbruch für uns«, stellte Gästecoach Heinz Braun fest, denn der Treffer zeigte Wirkung. Bereits vier Minuten später hämmerte Henkel nach feiner Vorarbeit von Klemm den Ball aus kurzer Distanz mit Berührung des linken Innenpfostens zum 2:0 in die Maschen. Der Linxer Doppelschlag hatte den Kehler FV total aus dem Konzept gebracht. Weder der diesmal zentral spielende Benjamin Göhringer noch Kevin Sax konnten dem Spiel der Gäste Struktur geben, und KFV-Stürmer Yannick Imbs hatte die Linxer Abwehr völlig aus dem Spiel genommen. 

Vollmer-Brüder nicht richtig im Spiel
Taktgeber bei den Platzherren waren einmal mehr Alexander Merkel und Pierre Venturini. Nicht so richtig ins Spiel fanden die Vollmer-Brüder Manuel und Adrian. Die Freistöße von Pierre Venturini sind bekannt, als er sich nach Foulspiel an Alexander Merkel den Ball an der Strafraumgrenze zurechtgelegt hatte, das Spielgerät rechts um die Mauer zum 3:0 (49.) versenkte, war die Partie gelaufen. Es hätte noch schlimmer für Kehl kommen können, denn als Stefan Laifer SVL-Stürmer Piakai Henkel von den Beinen holte, meisterte Daniel Künstle den Strafstoß von Pierre Venturini mit einer Glanztat. Linx behielt danach die Spielkontrolle, ohne ernsthaft gefordert zu werden.

Starker Torwart Norman Riedinger
Den von Heinz Braun erhofften Anschlusstreffer gab es nicht, weil Kevin Sax bei seinem einzig nennenswerten Torschuss in Norman Riedinger seinen Meister fand, Elyes Bounatouf eine Halbchance vergab und Yannick Imbs bei der Kehler Schlussoffensive ein einziges Mal Torgefahr zeigte, aber auch da war SVL-Keeper Riedinger auf dem Posten. 

KFV jetzt zu Hause gegen Stadelhofen
Sechs Minuten vor Spielende spurtete der für Dennis Klemm eingewechselte Nathan Recht über links auf und davon, ließ gleich drei Gegenspieler stehen und jagte den Ball aus vollem Lauf über den Querbalken. Ein viertes Linxer Tor wäre aber zu viel des Guten gewesen. Die Linxer hatten aus wenigen Torchancen viel gemacht, aber genau das ist das Rezept, mit dem das Team von Sascha Reiß derzeit auf der Erfolgswelle schwimmt. Bereits am Samstag hat der KFV dagegen das nächste Derby vor der Brust. Im Rheinstadion treffen die Grenzstädter auf den SV Stadelhofen. Hier wird das Team von Heinz Braun alles tun, um endlich wieder einen Sieg einzufahren.

SV Linx – Kehler FV 3:0 (2:0)
SV Linx:
Riedinger - Kopf (DeKo), Schmider, Kopf, Feist - Merkel, Venturini (72. Maisano) - M. Vollmer (83. Marbach), A. Vollmer, Klemm - Henkel (72. Dussot).

Kehler FV: Künstle - Hartfiel (46. Zdarevski), Laifer, Schaeffler, Bouziane - Bounatouf (85. Lukic), Göhringer, Sax, Assenmacher - Imbs, Paquarizi (72. Raabe).
Schiedsrichter: Bartschat  (Neuenburg) - Zuschauer: 600
Tore: 1:0 Henkel (39.), 2:0 Henkel (43.), 3:0 Venturini (49.)
Bes. Vorkommnisse: Venturini scheitert per Strafstoß an Künstle.

Autor: Dieter Heidt