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Der junge Nicolas Rios, hier neben Stefan Laifer, kam erstmal im Rheinstadion von Beginn an zum Einsatz.

Zwei Minuten plus Nachspielzeit fehlten dem Kehler FV zum ersten Sieg in der Fußball Verbandsliga Südbaden nach der Winterpause. Beim 2:2 im Heimspiel gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen drehte der KFV in Unterzahl nach Platzverweis gegen Anis Bouziane fast noch die Begegnung.

Kehl (uk). Große Alternativen hatte KFV-Trainer Alexander Hassenstein nicht auf der Bank sitzen. Drei Ersatzspieler, darunter der unter der Woche erkrankte Meller Aziz und der angeschlagene Houssam Rhourdaoui, ließen keine großen Experimente zu. Das letzte Kehler Aufgebot begann schwungvoll und schon nach zwei Minuten fehlte Arthur Charlety am rechten Pfosten die Präzision, den Ball über die gegnerische Torlinie zu bringen. Dann scheiterte Benjamin Göhringer nach Ableger von Kevin Sax an Torwart Dennis Klose. Die Gäste aus dem Hegau versteckten sich nicht und ließen bei strukturiert ausgetragenen Kontern ihre Gefährlichkeit aufblitzen. Doch die Kehler Defensive stand bis zur 22. Minute. Nach einem Konter über die rechte Seite konnte David Halsinger zwar den ersten Schuss von Sebastian Stark im Liegen noch abblocken, doch Stark stocherte nach und brachte den Ball zum 0:1 im Kehler Tor unter. Nach Freistoß von Stefan Laifer klärte Dennis Klose einen Kopfball von Arthur Charlety zur Ecke (25.) und KFV-Torwart Florian Streif parierte einen Schuss von Sebastian Stark (31.). Zwei Minuten später standen drei gegnerische Angreifer im Abseits. Aus dieser Situation entwickelte sich der Platzverweis für Kehls Anis Bouziane. Die Spieler lieferten sich ein Wortgefecht und Bouziane ließ sich, nach eigenen Angaben selbst beschimpft, zu einer Beleidigung in französischer Sprache hinreißen. Anscheinend waren Schiedsrichter Jörg Bohrer und sein Assistent der Fremdsprache mächtig und Kehls Innenverteidiger musste vom Platz. Kehl zeigte in Unterzahl, wie man eine gegnerische Fünferkette sprengen kann. Nicolas Rios schlug einen langen Pass vom Mittelpunkt zu Linksaußen David Assenmacher, der direkt in Richtung Strafraum flankte und Felix Weingart köpfte den 1:1-Ausgleich (38.). Die Begegnung wurde härter und David Halsinger monierte einen Ellenbogenschlag von Alen Lekavski, der allerdings nur die gelbe Karte zur Folge hatte (43.). Beide Mannschaften kamen mit frischem Schwung aus der Halbzeitpause und spielten auf Sieg. Nach einem Flügellauf von Benjamin Göhringer schlenzte David Assenmacher dessen Flanke mit der Hacke zum 2:1 ins Tor (56.). Fünf Minuten später klärte Klose gegen Weingart vor dem Strafraum per Kopf, dann lenkte er einen Flachschuss von Assenmacher gerade noch um den Pfosten zur Ecke (63.). Aus dieser wurde ein Konter für Rielasingen und Stefan Laifer konnte im Spurt zurück noch vor dem einschussbereiten Pascal Rasmus klären. Zwei Minuten vor dem regulären Spielende wurde eine Aktion von Benjamin Göhringer auf der rechten Kehler Abwehrseite mit einem fragwürdigen Freistoß für die Gäste gewertet. Pascal Rasmus zog den Freistoß vor den langen Pfosten und Alen Lekavski köpfte den 2:2-Ausgleich (88.). In der vierminütigen Nachspielzeit hatten beide Teams noch den Siegtreffer auf dem Fuß. „So ein Gegentor wie zum 2:2 darf man nicht kassieren“, schimpfte Alexander Hassenstein, der aber insgesamt die Moral der Mannschaft in 60 Minuten Unterzahl lobte: „Ich kann niemanden einen Vorwurf machen, alle haben gekämpft.“ Am Samstag reist der Kehler FV zum abstiegsgefährdeten SV Mörsch.

 

 

Kehler FV – 1. FC Rielasingen-Arlen 2:2 (1:1)

Kehler FV: Streif; Charlety, Halsinger, Bouziane, Aras, Laifer, Rios, Göhringer, Sax, Assenmacher, Weingart (77. Rhourdaoui).

Rielasingen-Arlen: Klose; Rasmus, Bertsch, Winterhalder, Strauß, S. Stark, Leschinski (77. Helmlinger), Lekavski, Lang (46. Berger), Matt, F. Stark (56. Dietrich).

Zuschauer: 260.

Schiedsrichter: Jörg Bohrer (Merzhausen).

Tore: 0:1 S. Stark (22.), 1:1 Weingart (38.), 2:1 Assenmacher (56.), 2:2 Lekavski (88.).

Rot: Anis Bouziane (33., Beleidigung).