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Beim Fußball-Oberligisten Kehler FV beendet Bora Markovic am Saisonende seine Trainertätigkeit. Auch Präsident Claus Haberecht wird bei der nächsten Jahresversammlung (im Februar oder März) nicht mehr kandidieren. Ein Erfolgsduo, das (Fußball-)Geschichte geschrieben hat, sagt Servus.

Eine große Zäsur steht dem Kehler FV bevor. Bora Markovic, seit 16 Jahren Trainer der Grenzstadt-Fußballer, wird am Saisonende seine erfolgreiche Tätigkeit beenden.

Gleichzeitig will auch sein »Chef« Claus Haberecht den Stuhl als Vorsitzender bzw. Präsident nach 18 Jahren räumen. Allerdings wird der 61-jährige Dezernatsleiter beim Landratsamt Rastatt vorher die Nachfolge von Markovic regeln. »Ich werde selbstverständlich einen Nachfolger für Bora Markovic suchen. Dazu bin ich verpflichtet.

Ob es eine externe oder interne Lösung geben wird, das weiß ich im Moment nicht. Aber vielleicht kann ich schon am kommenden Wochenende oder Anfang nächster Woche Vollzug melden«, ist Haberecht optimistisch. Schließlich habe der Kehler Fußball in Baden-Württemberg einen guten Namen. Bei einer internen Lösung wäre nach Kenntnis der Redaktion U 23-Coach Helmut Kröll ein erster Kandidat.

Die Spuren, die Markovic und Haberecht hinterlassen, sind riesengroß. Als der 62-jährige Serbe Markovic 1998 beim damaligen Verbandsligisten SV Oberkirch entlassen und dann von Haberecht – beide wohnen in Appenweier – verpflichtet wurde, spielte der Kehler FV in der Bezirksliga und hatte nur noch zehn ligataugliche Akteure auf dem Rasen. Aber nicht lange, denn das Duo baute eine schlagkräftige Truppe auf – auch mit Eigengewächsen. Die Erfolgskurve stieg rasant (mit kurzer Unterbrechnung) über die Landes- und Verbandsliga bis ins baden-württembergische Fußball-Oberhaus. Seit sechs Jahren hat sich der Kehler FV in der Oberliga etabliert.

»Es ist das Verdienst der Trainer-Ikone Markovic, dass wir seit geraumer Zeit die Nummer 1 im Oberligafußball Mittelbadens sind«, zollt Haberecht seinem Coach Höchstachtung. Und 16 Jahre als Cheftrainer in einem Verein – das erzeugt »Herzblut«. Auch bei Markovic. Der frühere Spieler beim OFV, SC Freiburg und FV Biberach (Riss) ist jetzt zwar für Angebote anderer Clubs offen und wird ab Juli sicher auch bei einem anderen Verein das Trainerzepter schwingen, aber trotzdem dem KFV die Treue halten. »Bora sagt nicht komplett Adieu. Dafür ist er dem Traditionsverein KFV zu sehr verbunden. Er wird dem Kehler FV erhalten bleiben«, bestätigte Haberecht gestern auf eine entsprechende Anfrage der Mittelbadischen Presse. »Bora wird seinen großen Erfahrungsschatz in die Jugendabteilung des Vereins einbringen und die elementar wichtige, sportliche Koordination übernehmen. Das ist viel Wert für den Kehler FV«, so der KFV-Boss.

»Ich hatte schon vor Jahren dem Präsidenten gesagt, sollte er mal aufhören, dann bin auch ich bereit, dem KFV die Chance zu geben, einen neuen Anfang zu machen. Und das auch mit einem neuen Trainer. 16 Jahre ist eine lange Zeit und ich möchte als Freund gehen. Es war eine wunderbare Zeit. Die Entscheidung, die ich zusammen mit meiner Frau Mila getroffen habe, ist mir nicht leicht gefallen. Aber ich möchte, dass sich meine Jungs weiterentwickeln. Mein Nachfolger soll neue Ideen bringen und ihnen neue Impulse dazu geben«, begründet Markovic seinen Schritt. Wohin ihn seine sportlichen Wege im Sommer führen, darüber wollte der Erfolgscoach allerdings nicht sprechen. »Dazu etwas sagen ist noch zu früh. Es ist sicher, dass mich Vereine immer wieder kontaktieren und sich um mich bemühen. Mein neuer Verein, dem ich in nächster Zeit zusagen werde, wird das dann auch bekanntmachen«, bat er um Verständnis.

Dass sich Haberecht komplett von der Spitze des Traditionsclubs zurückzieht, scheint noch nicht ganz sicher. »Nach derzeitigem Stand ja«, so der KFV-Boss etwas zögerlich. Die Gründe sind eigentlich bekannt: »Weil sich für die fehlenden Vorstandsposten, die von mir schon bei der letzten Jahresversammlung angemahnt wurden, keine adäquaten Personen zur Verfügung gestellt haben.« Schließlich war die Besetzung dieser freien Sessel für den Präsidenten die Bedingung, zwei oder drei Jahre dranzuhängen. Aber er wollte mehr Entlastung für repräsentative Zwecke. Doch der Wink mit dem Zaunpfahl hat nicht gefruchtet. »Damit fehlen auch Bora Markovic maßgebliche Rahmenbedingungen.« Jetzt zieht Haberecht zusammen mit dem Coach die Konsequenzen.

Sollte sich jedoch in der kurzen Zeit bis zur ultimativen Jahresversammlung doch noch die eine oder andere Persönlichkeit für den KFV-Vorstand »aufdrängen« – dann wird der frühere Mittelstreckler in der Leichtathletik-Abteilung wohl noch eine Runde dranhängen ...