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Großer Jubel beim KFV

Fußball-Oberliga: Kehler FV - Karlsruher SC II 3:1 (1:1)
Sax, Halfmann und Armbruster sorgen für den entscheidenden "Dreier" / KFV in Feierlaune

18.05.2014 - Kehl (hs). Der Kehler FV sicherte sich durch einen hochverdienten 3:1-Erfolg über die U23 des Karlsruher SC am vorletzten Oberligaspieltag den Klassenerhalt in Baden-Württembergs höchster Amateurklasse. Trainer Bora Markovic blieb damit mit seiner Mannschaft im Jahr 2014 zu Hause ungeschlagen und holte dabei 16 von 18 möglichen Zählern.

Markovic musste in seinem letzten Heimspiel als Trainer des Kehler FV auf Rico Maier (Muskelfaserriss) und Adel Benchenane (Zerrung) verzichten. Stefan Laifer vertrat Maier auf der Rechtsverteidigerposition und für Benchenane rückte Kevin Sax auf die Position hinter den Spitzen. Kemal Sert, der ein prima Spiel ablieferte, besetzte die linke Außenbahn.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag, denn schon nach drei Spielminuten stand es 1:0 für die Gastgeber. KSC-Keeper Justin Merz konnte einen strammen Schuss von Stefan Laifer aus 14 Metern nur nach vorne fausten und über Umwege gelangte der Ball zu Kevin Sax, der aus kurzer Distanz zur Kehler Führung traf. Im weiteren Verlauf spielte sich das Geschehen überwiegend im Mittelfeld ab. Die Gäste hatten zwar mehr Ballbesitz zu verzeichnen, konnten offensiv allerdings kaum Akzente setzen. Kehl verlegte sich aufs Kontern und hatte zwei Kopfballmöglichkeiten, doch weder Frank Berger (21.), der an Merz scheiterte, noch Dennis Kaiser, dessen Kopfball in der 33. Minute knapp über die Querlatte strich, konnten diese nutzen. Der überraschende Ausgleich in der 36. Spielminute resultierte aus einem eher harmlos erscheinenden Freistoß von Lorenzo Caballero aus 20 Metern, der von der Kehler Abwehrmauer so unglücklich abgefälscht wurde, dass KFV-Schlussmann Tobias Kornmaier keine Abwehrchance hatte. Die Gastgeber wirkten nach dem Gegentreffer etwas unsortiert und in der 41. Minute musste Berger in höchster Not vor dem einschussbereiten Daniel Schiek klären. Nach dieser Schrecksekunde fingen sich die Grün-Weißen wieder und hatten kurz vor dem Pausenpfiff ihrerseits die Chance zur Führung, doch Merz konnte einen Schuss von Kemal Sert aus spitzem Winkel mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken.

Bora Markovic schien in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden zu haben, denn im zweiten Abschnitt waren noch keine 120 Sekunden verstrichen, da stand es schon 2:1. Der nicht immer sicher wirkende Merz unterlief eine Flanke von Benjamin Göhringer von der rechten Seite. Für den KSC-Keeper klärte ein Abwehrspieler per Kopf genau zu Marcel Halfmann, der keine Mühe hatte, aus sechs Metern freistehend zur erneuten Kehler Führung einzunicken (47.). Nur eine Minute später machte Karlsruhes Torhüter seinen Fehler wieder wett und parierte einen Sert-Kopfball aus kürzester Distanz mit einer Fußabwehr. Die Gastgeber drängten nun auf das 3:1 und beinahe wäre Sax nach einem feinen Pass von Aaron Zimmerer in der 65. Minute sein zweiter Treffer geglückt, er schoss den Ball aber mit seinem schwächeren rechten Fuß völlig freistehend am linken Pfosten vorbei. Fünf Minuten später war es erneut Sax, der in einer fast identischen Situation scheiterte und wieder knapp verzog. Die Gäste wurden nun etwas stärker, blieben aber in der Offensive erschreckend harmlos.

Nachdem Schiedsrichter Höfer in der 78. Minute KSC-Angreifer Marcel Carl nach einem absichtlichen Tritt von hinten in die Beine von Halfmann mit der roten Karte vorzeitig zum Duschen schickte, war der Widerstand der Zweitligareserve jedoch gebrochen. In der 84. Minute machte Felix Armbruster mit seinem Kopfballtreffer zum 3:1 nach einem Zimmerer-Freistoß alles klar. Nach dem Schlusspfiff  von Schiedsrichter Höfer brachen im Kehler Rheinstadion alle Dämme und die Spieler feierten zusammen mit den Fans und Verantwortlichen eine spontane „Nichtabstiegs-Party“.

In der anschließenden Pressekonferenz, die ausnahmsweise nicht im Vereinsheim, sondern im Freien abgehalten wurde, wollte Bora Markovic gar nicht so sehr auf die soeben beendete Partie eingehen, sondern formulierte eine kurze Dankesrede. „Die Mannschaft hat gegen einen spielstarken Gegner wieder eine tolle Einstellung an den Tag gelegt und verdient gewonnen. Ich bin unglaublich stolz, dass wir heute mit 42 Punkten den Klassenerhalt geschafft haben und möchte mich bei allen Beteiligten für die Unterstützung, die ich in den letzten Jahren erfahren habe, bedanken“, meinte der scheidende Coach mit etwas Wehmut. Sein Präsident meldete sich auch noch zu Wort. „Bora war 16 Jahre lang als Trainer in unserem Verein tätig, davon die letzten sechs Jahre in der Oberliga. Wir haben vor jeder Oberligasaison zusammen gefrotzelt und über den Klassenerhalt spekuliert. Bora hat jedes Jahr versprochen: „Wir schaffen es!“ und hat dabei immer Recht behalten“, würdigte Claus Haberecht die Arbeit seines langjährigen Weggefährten.

Kehl: Kornmaier – Laifer, Berger, Kaiser, Karamehmedovic - Armbruster, Zimmerer - Göhringer, Sax (87. Ulusoy), Sert (74. Assenmacher) – Halfmann (84. Savane)

Karlsruhe: Merz – Kostic, Schultz, Gür, Schiek (87. Hodzic), Laschuk (46. Charrier), Carl, Cisse, Amon, Caballero Lorenzo, Panneercheluam (46. Di Piazza)

Schiedsrichter: Höfer (Weissach im Tal) – Zuschauer: 533

Tore: 1:0 Sax (3.), 1:1 Caballero Lorenzo (36.), 2:1 Halfmann (47.), 3:1 Armbruster (84.)

Rote Karte: Carl (Karlsruhe/78.) wegen Tätlichkeit